Pressemitteilung

4.8.1997

UTA strebt Kooperation mit CONNECT AUSTRIA an

Connect soll über 1800er Frequenz Zugang zum Endkunden bieten - UTA stellt im Gegenzug Leitungen und Funkstationen-Standorte zur Verfügung - Geschäftsvolumen jährlich bei "einigen hundert Millionen Schilling"


Die United Telekom Austria (UTA), die Telekomtochter der neun Landesenergieversorger, will mit dem dritten Handynetzbetreiber, Connect Austria, ins Geschäft kommen. "Wir bieten Leitungen für Zubringerdienste und Standorte für Funkstationen. Im Gegenzug dazu ist für uns die DCS 1800-Technoligie als letzte Meile zum Kunden lebensnotwendig", stellte Bewag-Generaldirektor und UTA-Manager Werner Kasztler gegenüber der APA fest. Kasztler war einer jener UTA-Granden, die eine Beteiligung am dritten GSM-Anbieter in Österreich befürwortet haben. Die UTA habe sich aber nicht dazu entschlossen und eine Einzelbeteiligung wie etwa der Bewag sei nicht vorgesehen, da es den Verträgen widerspreche, meinte Kasztler.
Kasztler stellte "ehebaldigst" Verhandlungen über eine künftige Kooperation mit der Connect Austria in Aussicht. Grundsatzgespräche hätte es schon früher gegeben. Das zu erwartende Geschäftsvolumen durch eine Vertriebs-, Einkaufs- und Nutzungskooperation sei zwar derzeit nicht kalkulierbar, dürfte aber bei "einigen hundert Millionen"im Jahr liegen, so Kasztler. Die UTA ist wie berichtet mit 10 Prozent am zweiten Mobilfunkbetreiber neben der Mobilkom, max.mobil., beteiligt und versorgt diesen auch mit Leitungen für die Festnetzanbindung.
Die auf Mikrozellen basierende Zukunftstechnologie DCS 1800, die für die UTA als künftigen Alternativbetreiber zur Post laut Kasztler unerläßlich ist, wird aber von Connect Austria früher als von max.mobil. angeboten, zumal für die beiden bestehenden Handynetze, die auf 900 MHz funken, zeitliche Beschränkungen vorgesehen sind. Die Mobilfunkverordnung sieht vor, daß die 1800er Frequenz drei Jahre von Connect exklusiv genützt wird. Ausnahmen werden nur bei "wirtschaftlicher Notwendigkeit"genehmigt. Diese sieht Marktführer Mobilkom aufgrund der stetig steigenden Kundenanzahl bereits in einem Jahr gegeben.
Die UTA will der Post & Telekom Austria (PTA) ab der Telekom-Liberalisierung per 1. Jänner 1998 in der Festnetztelefonie Konkurrenz machen. Schon jetzt würden Datendienste angeboten. Ab dem Zeitpunkt der Marktöffnung will die UTA Daten und Sprache für Corporate Networks anbieten, so Kasztler. Die Verhandlungen zu einem großen Festnetz-Konsortium mit tele.ring, dem Telekom- Zusammenschluß zwischen ÖBB und Verbund, sind unterdessen fast zum Stillstand gekommen. Kasztler zeigte sich zwar weiterhin gesprächsbereit, meinte allerdings, daß nun ein Signal von tele.ring kommen müßte. Mit anderen potentiellen Festnetzpartnern, wie der kommunalen Citykom, wird derzeit verhandelt. Intensive Gespräche gebe es auch mit ausländischen Interessenten, so Kasztler. Zur Zeit ist jedenfalls noch offen, mit wem die UTA in den liberalisierten Telekom-Markt startet.


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