Gericht lehnt Antrag auf einstweilige Verfügung ab
ONE legt umgehend Rekurs ein
ONE hatte gegen die derzeit laufende Werbekampagne der Mobilkom, in der dem A1-Netz per "unabhängigem Dauer-Netztest", "geprüft" und "bestätigt" von der TU Wien, die beste Sprachqualität bescheinigt wird, Klage mit Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung eingereicht. Aus Sicht von ONE entsprechen weder die Kriterienfestlegung noch die Durchführung des Tests der behaupteten Objektivität, die Werbekampagne wäre somit sitten- und wettbewerbswidrig.
Das Handelsgericht Wien hat den Antrag auf einstweilige Verfügung mit der Begründung abgelehnt, dass aus Sicht des Gerichts nicht genügend Zweifel an der Unabhängigkeit des Instituts oder des Gutachtens bestünden. ONE wird gegen die Entscheidung umgehend Rekurs einlegen.
Für ONE sind die in der A1-Werbekampagne angeführten Ergebnisse des Mobilkom-Netztests verzerrt und daher nicht glaubwürdig. Die vom Institut für Kommunikationsnetze der TU Wien vierteljährlich für die Mobilkom durchgeführte Studie, die A1 die beste Sprachqualität unter österreichischen Mobilfunknetzen zuspricht, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als Auftragsgutachten.
Mobilkom führt Messungen selbst durch
Von Seiten des Institutsvorstands wurde in einem Brief an ONE bestätigt, dass die Messungen von einem Messteam der Mobilkom durchgeführt werden. Gemessen werden die Anzahl der erfolgreichen Rufversuche und Gespräche, der abgebrochenen Gespräche sowie die Qualität der Gespräche, wenn eine Verbindung zustande kommt. Die TU Wien wertet diese Messungen aus und bestätigt ihre Richtigkeit in Quartalsberichten. Das Kriterium der Messreihe, das von der Mobilkom für Werbezwecke verwendet wird, ist ausgerechnet die Sprachqualität, die mit den speziell für das Mobilkom-Netz kalibrierten Instrumenten gemessen wurde.
Mobilkom legte Routen, Zeitpunkte und Inhalte fest
Auch die Testrouten, Untersuchungszeitpunkte und -inhalte wurden zusammen mit der Mobilkom ausgewählt. Dies ermöglicht viel Spielraum für eher exemplarische Stichproben, ist aber kaum repräsentativ. Bang-Jensen: "Grundlage einer solchen Untersuchung sollten allgemein vereinbarte Standards sein. Wie uns Experten bestätigen, ist es wissenschaftlich unseriös, aus einseitigen Ergebnissen allgemeine Qualitätsaussagen über ein Funknetz abzuleiten." Nicht veröffentlicht wurden die Daten zum Verbindungsaufbau, die sich - laut TU-Professor Harmen van As - von dieser Reihung unterscheiden.
Gemeinsamer Qualitätstest für alle gefordert
ONE plädiert nach wie vor für ein gemeinsames Mess-Monitoring der Mobilfunkbetreiber nach einheitlichen Kriterien. Der technische Geschäftsführer Jürgen Peetz: "Wir fordern einen unabhängigen Dritten als Auftraggeber, ein unabhängiges Testinstitut und eine gemeinsam vereinbarte Methode. Leider ist die Mobilkom hier nicht gesprächsbereit." Die Mobilkom weigert sich bislang auch, das Gutachten in seiner Gesamtheit herauszugeben.
ONE facts & figures
Das Kommunikationsunternehmen ONE startete im Oktober 1998 als Österreichs einziger Mobilfunkanbieter mit bundesweiter GSM 1800-Qualität. Ende Juni 2001 zählte ONE rund 1.600 Mitarbeiter und über 1,5 Millionen Kunden (Handy, Festnetz und Internet). Der Netto-Umsatz 2000 betrug ATS 5,8 Mrd. ONE verfügt über eine Netzabdeckung von 97%. Neben Mobilfunk bietet ONE auch das Internet-Produkt i-ONE und die Festnetzlösung f-ONE sowie gemeinsam mit Priority Telecom das Konvergenzprodukt Take Two an. Auf dem neuen Portal www.one.at finden sich seit Juni 2001 viele Services, die auch über ONE Handy nutzbar sind. ONE ist der einzige Mobilfunkbetreiber, der GPRS und HSCSD (ONE High Speed) in Österreich anbietet. ONE investierte bisher ATS 18 Mrd., weitere 4 Mrd. sind für das Jahr 2001 geplant. Eigentümer von ONE (Connect Austria GmbH) sind die deutsche E.ON (50,10%), die norwegische Telenor (17,45%), Orange (17,45%) und Tele Danmark (15%).
Rückfragehinweis für Journalisten:
ONE, Dipl.-Ing. Michael Sprinzl , Fon: 0699/1699 3704
ONE, Sandra Mader, Fon: 0699/1699 3485